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Apuleius:
Metamorphoseos, siue lusus Asini libri XI. Floridorû IIII. ...

 

 

Abbildung eins zu No. 762, Apuleius

 

Abbildung zwei zu No. 762, Apuleius

 

Abbildung drei zu No. 762, Apuleius

 

Abbildung vier zu No. 762, Apuleius

 

Apuleius — Albinus: Metamorphoseos, siue lusus Asini libri XI. Floridorû IIII. De Deo Socratis I. De Philosophia I. Asclepius Trismegisti dialogus eodê Apuleio îterprete. Eiusdem Apuleij liber de Dogmatis Platonicis. Eiusdê liber de Mundo, quê magna ex parte ex lib. Aristotelis eiusdê argumenti in latinum traduxit. hic sanè liber mutilatus ante nostram impressionem circunferebatur. eum nos fidem antiquissimi codicis secuti, restituimus. multos aut, & quidê insigneis errores commisit Apuleius in uertendo hoc libro, quos omneis indicauit Petrus Alcyonius graeca, & latina literatura praestantissimus, & philosophus clarissimus cum librum illum latinitate donaret. Apologiae II. Isagogicus liber Platonicae philosophiae per Alcinoû philosophum, graece impressus. nam commodius uisi sumus facere, si hunc librû graecum imprimeremus, q(uam) latinû, cum inepta tralatione cuiusdam Episcopi Tiropiensis barbarus esset.

Venedig: Aldus / Andreas Torresanus, 1521.  Octavo. 158 x 91 mm. 266 (recte 264), [28] Blätter. – Lagenkollation: a-z8, A-I8; 1-38, 44. – Wasserzeichen: Gegenmarke „A“; keines. ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten. Auf dem Titel das Holzschnitt-Signet 3; auf dem letzten Blatt verso das Holzschnitt-Signet 6.

Handgefertigter, blind- und schwarzgeprägter dunkelroter Maroquinband des 20. Jh. (164 x 100 x 51 mm) auf drei Doppelbünden, handgestochene Kapitale in gelber und ockerfarbener Seide, Spiegel aus Marmorpapier, fliegende Vorsätze aus handgeschöpftem Bütten. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

Editio princeps des Alcinous-Textes.
 Apuleius wurde um 125 zu Madaura in Nordafrika geboren, nach Studium der Rhetorik und Philosophie in Karthago und Athen - er beherrschte sowohl die punische wie die lateinische und griechische Sprache - war er als Anwalt und Rhetor in Rom tätig, dann in seiner Heimat als Provinzialpriester des Kaiserkults und Wanderredner. Auf Reisen durch Griechenland und Asien ließ er sich in die Mysterien einweihen.
 Seine um 170 verfaßten und immer noch mit Vergnügen lesbaren „Metamorphosen“, eine Bearbeitung der Verwandlungen des Lukios von Patrai, sind der erste vollständig überlieferte antike Roman und, wie Merkelbach in „Roman und Mysterium in der Antike“ schreibt, selbst ein Mysterientext. In ihm wird neben einer Fülle von Abenteuern das berühmte Märchen von Amor und Psyche erzählt; den Abschluß bildet eine Verherrlichung der Mysterien der Isis und des Osiris.
 In der Apologie verteidigt er sich im Zusammenhang mit seiner Heirat gegen den Vorwurf der Zauberei. Seine philosophischen Schriften stehen in der Tradition des Platonismus, so berührt sich „De Deo Sokratis“, worin eine Dämonenlehre enthalten ist, inhaltlich mit Plutarchs Schrift zu diesem Thema. Insgesamt zeigt sein Stil Raffinement wie Anschaulichkeit.
 Der „Asclepius“, eine für den Neuplatonismus der Renaissance grundlegende hermetische Schrift, ist uns, bis auf griechische Fragmente bei z.B. Laktanz und eine erst im 20. Jh. entdeckte koptische Fassung, nur in der vorliegenden lateinischen Übertragung überliefert, die hier noch Apuleius zugeschrieben wird, sicherlich aber, da von Augustinus in „De civitate Dei“ zitiert, vor 400 n.d.Z. entstanden sein muß.
Alcinous (Alcinoos, Alkinoos, Albinus), ein Platoniker des zweiten Jahrhunderts n.u.Z., war Schüler des Gaius und Lehrer Galens; seine Einführung in die platonische Philosophie, die in einem Manuskript unter dem in der Aldine angeführten Verfassernamen überliefert ist, vermischt platonisches Gedankengut mit der Logik und Noetik des Aristoteles, und fügt Neuplatonisches hinzu; vgl. Sandys I,328.
 Der Alcinous-Text ist gesetzt in der schönen vierten griechischen Aldus-Type; cf. Nicolas Barker, Aldus Manutius and the Development of Greek Script & Type in the Fifteenth Century, p. 59 sqq. & ill. 25-27.

Erste Lage leicht wasserrandig oder fleckig, bzw. fingerfleckig, sonst nur minimal fleckig; in der zweiten Hälfte ein kleiner, fast unmerklicher Wurmgang im unteren weißen Rand innen. Wenige Anstreichungen und Marginalien v.a.H. Verblaßter Besitzeintrag auf Titel. Sonst schönes, breitrandiges wie auch frisches Exemplar des seltenen Druckes.

Editio princeps of Alcinous. Modern blindstamped morocco, three raised bands. First quire slightly dampstained in margins, some old annotations or unterlining, otherwise a fine crisp copy. The most important work of the great Platonist, Apuleius of Madura, second century e.v., the ’Metamorphoses’ is the only surviving example of a Latin novel with the exception of the ’Satyricon’ of Petronius. Bound with is a summary of Platonic philosophy by Albinus or Alcinous, second century e.v., a pupil of Gaius and a teacher of Galen. The work contains an amalgam of Platonism with Peripathetic and Stoic elements; specifically Neoplatonis doctrines are merely hinted at. With preface of Asulanus to Francesco Rubrio, French legate of Francis I at Venice. The publisher comments upon the quality of the edition and the teaching of Platonism at the universities of Turin and Padua and at Venice.

Renouard 91,8 – Adams A1362 – Schweiger II,i,9 – Hoffmann II,209 – Ebert 858 („M. neuen Vbess. Schöne Exx. sind selt.“) – BM STC ital 35 – zu Alcinous: Hoffmann I,109. ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.

 
 

Abbildung zu No. 762Apuleius Abbildung zwei zu No. 762Apuleius Abbildung drei zu No. 762Apuleius Abbildung vier zu No. 762Apuleius

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