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יהודה בן יצחק אברבנאל, Jehuda ben Isaak Abravanel:
Dialoghi di amore.

 

 

Abbildung eins zu No. 159, Abravanel, Jehuda (ben Isaak)

 

Abbildung zwei zu No. 159, Abravanel, Jehuda (ben Isaak)

 

יהודה בן יצחק אברבנאל, Jehuda ben Isaak Abravanel: Dialoghi di amore.

Venedig: Paulus Manutius, 1552.  Octavo. 154 x 102 mm. 228 Blätter. – Lagenkollation: A-Z8, AA-EE8, FF4. ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten. Das Signet umrandet von Putten und Füllhörnern auf Titel und letztem Blatt.

Pergament der Zeit auf drei Bünden, der Rücken v.a.H. mit einem Streifen aus festem (Inkunabel-?) Papier überklebt, helle handgestochene Kapitale, Goldschnitt. In schöner Kalligraphie auf dem Vorderdeckel oben: „Dialoghi di Amore di Leone hebreo“. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

Provenienz: Aus der Bibliothek der Fugger-Familie zu Augsburg, mit deren Bibliotheksnummer auf dem vord. fl.Bl. recto oben sowie einem ovalen Stempel auf fol. 3r. oben mit dem Wapppen und den Buchstaben „R: G: F: B: B:“.
 Judah Abravanel (um 1460 – 1525), ältester Sohn von Isaak und Freund Pico de Mirandolas, war Arzt, Dichter und Philosoph. In seinem Geburtsort Lissabon studierte er Medizin und praktizierte um 1483 als Arzt. Nachdem er seinem Vater nach Spanien und Neapel gefolgt war, nahm er in Italien die Praxis wieder auf und setzte auch die Lehrtätigkeit fort. Von den Werken Picos und Ficinos beeinflußt schrieb er sein vorliegendes Hauptwerk über das Wesen der Liebe; ein anderes „De coeli harmonia“ ist verloren. Es verbindet sich hier die platonische Tradition mit der kabbalistischen, indem versucht wird, die Überlieferung des AT mit dem Mythos vom Urmenschen in Einklang zu bringen. So soll der Androgyn des Symposions auf alttestamentliche Tradition zurückgehen. Dem androgynen Menschen entspricht der Gott, wobei Abravanel die kabbalistische Sophien-Lehre zugrunde legt: Sophia wird zur Mittlerin beim Vorgang der Schöpfung, zugleich bei dem der Erlösung, der Rückführung aus der Entfremdung. Cf. Wininger I,4-5.
 Vierte aldinische Ausgabe des erstmals 1541 bei Paulus Manutius gedruckten und von Mariano Lenzi herausgegebenen, Madonna Aurelia Petrucci gewidmeten Buches, dessen Editio princeps 1535 bei Blado in Rom erschien. Hervorragend gedruckt mit den feinen Kursivtypen jener Zeit, leichter lesbar als die frühen, da mit weniger Ligaturen versehen, nur der Überstrich zur Abkürzung des m/n wird benutzt. Vgl. B. Zimmels: „Leo Hebräus, ein jüdischer Philosoph der Renaissance, sein Leben, seine Werke und seine Lehren“. Breslau, 1886 – Ernst Benz: „Adam, Der Mythus vom Urmenschen“. München-Planegg, 1955. pp. 31-49.

Einband minimal fleckig und stellenweise unwesentlich berieben. Innen fast neuwertig, das Signet in klarem Druck. Sehr schönes Exemplar.

Contemporary vellum. Fourth Aldine edition. Binding slightly stained, internal condition very good.

Renouard 154,13 – cf. Adams A 62 (Ausg. 1549 gleicher Koll.) – BM STC 3.
Die Abbildungen stammen aus meinem Katalog Nr. 7 und geben nicht den originalen Zustand wieder! ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.