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Αἴσωπος, Aesop — Ὡραπόλλων, Horapollon:
Vita, & Fabellæ Aesopi, &c

 

 

Abbildung eins zu No. 5600, Aesop

 

Abbildung zwei zu No. 5600, Aesop

 

Aesops Fabeln mit der Editio princeps von Horapollon

Αἴσωπος, Aesop — Ὡραπόλλων, Horapollon: Habentur hoc uolumine hæc, uidelicet. || Vita, & Fabellæ Aesopi cum interpretatione latina, ita tamen ut separari a | græco possit pro uniuscuiusq3 arbitrio. quibus traducendis multum | certe elaborauimus. nam quæ ante tralata habebantur, infida admodū | erant, quod facillimum erit conferenti cognoscere. || Gabriæ fabellæ tres & quadraginta ex trimetris iambis, præter ultimam | ex Scazonte, cum latina interpretatiōe. Quas idcirco bis curauimus in | formādas, quia priores, ubi latinum a græco seiungi potest, admodum | quam incorrecte excusæ fuerant exempli culpa. quare nacti emenda-|tum exemplum, operæpretium uisum est iterum excudendas curare, ut | ex secundis prima queant corrigi. || Phunutus seu, ut alii, Curnutus de natura deorum. | Palæphatus de non credendis historiis. | Heraclidis Ponticus de Allegoriis apud Homerum. | Ori Apollinis Niliaci hieroglyphica. | Collectio prouerbiorum Tarrhæi, & Didymi, item eorum, quæ apud Su-|dam, alios’q3 habentur per ordinem literarum. | Ex Aphthonii exercitamentis de fabula. Tum de formicis, & cicadis græ-|ce, & latine. | De Fabula ex imaginibus Philostrati græce, & latine. | Ex Hermogenis exercitamentis de fabula Prisciano interprete. | Apologus Aesopi de Cassita apud Gellium. || (Signet 3).
(Kolophon fol. o4r:) Venetiis apud Aldum mē|se Octobri M.D.V. (Verso: Folio-Signet f1 ).

Venedig: Aldus Manutius, 1505.  Quarto. 266 x 164 mm. = [13] Bll., Ss. 27-142 (Pagination springt von 128 auf 131); 172 Spp.; [1] Bl.; [34] (statt 36) Bll. – Lagenkollation: [Gr. Text:] a-h8, i6, κ-ξ8, ο4; [Lat. Text:] A6 (statt 8; ohne A4 & 5), B10, C8, D10. ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten.

Dunkelrotes englisches Maroquin des späten 18. Jh. auf sechs erhabenen Bünden mit Rückenvergoldung aus fleuralen Stempeln in Doppelrahmen, im zweiten Feld Titel und Drucker; auf den Deckeln je ein äußerer Rahmen aus zwei vergoldeten Linien sowie ein innerer aus ebensolchen und einer nach innen weisenden Rolle aus stilisierten Blüten und Lilien, von dessen Ecken nach außen weisend vier fleurale Stempel; Steh- und Innenkantenvergoldung, handgestochene Kapitale in Hellgrün/Weiß, Goldschnitt; Vorsätze aus Schneckenmarmor; das Wappensupralibris des 3. Duke of Roxburghe auf die Deckelmitten geprägt. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

Die einzige Ausgabe des Aesopschen Textes bei Aldus, auf festes, beinahe glattes Papier, bei dem die Stege kaum mehr sichtbar sind, in der dritten aldinischen Type gedruckt und mit seinem abwechselungsreichen Schriftbild als eines der schönsten Bücher angesehen, die dieser je schuf. – Cornutus (1. Jh.) verfaßte eine Allegorese der Mythen nach den Grundsätzen der Stoa; dies ist neben der Schrift von Salustios die einzige erhaltene griechische Theologie. – Horapollons Schrift auf pp. 121-142: „Die Gelehrten sind uneinig, wer dieser Horus eigentlich gewesen. ...(er) hat in egyptischer Sprache ein Buch verfertiget, das Hieroglyphica betitelt ist, und worin die heiligen Bilder erkläret werden, wodurch die Egyptier die Dinge bezeichneten. Aus diesem Buche hat ein gewisser, Philippus, von dem ausser dem blossen Namen weiter nichts bekant ist, nicht so wol eine getreue Uebersezzung, als einen Auszug in einer freien Umschreibung in griechischer Sprache gemacht, der noch übrig ist,...“ (Hamberger I,45)
 Das Register gibt genaue Anweisungen, wie der Buchbinder die Blätter der ersten vier Lagen zusammenzulegen habe, damit griechischer und lateinischer Text sich je gegenüberstehen - doch hier, wie oft sind die beiden Teile getrennt nacheinander gebunden, welches offensichtlich beim Neubinden im 18. Jh. geschehen ist, wo wohl auch die beiden nun fehlenden Blatt nicht mitgeheftet worden sind, was in den oben angeführten Auktionskatalogen unbemerkt blieb. Davor hatte dies Exemplar die Idealkollation, wie aus den übereinstimmenden kleinen Wurmgängen am Rand von a1 und A1 zu erschließen ist.
 Provenienz: 1. Besitzeintrag auf Titel: „(...) 1588. Pierre delongueil Coner d. l. Cour. – 2. John Ker, third Duke of Roxburghe (1740-1804), verkauft als n° 6715 während der Auktion seiner Bibliothek am 18. Mai 1812 für £ 9-0-0 an (3.) Booth, danach an den (4.) zweiten Earl of Powis (1785-1848), wo es in dessen Aldinenauktion bei Sotheby als n° 418 am 22. März 1923 verkauft wurde. – 5. Quaritch mit einem Eintrag von 3.6.1926, der das Fehlen der beiden Bll. erwähnt. Ad 2.: Auf der erwähnten Auktion des Jahres 1812, die eine Caxton-Sammlung und andere wertvolle Drucke enthielt, wurde das Exemplar von Valdarfers Boccaccio, 1471, das wohl der Vater für £105 angekauft hatte, dem Marquis von Blandford für £2260 verkauft. Um dies Ereignis gebührend zu feiern, versammelten sich unter dem Vorsitz Lord Spencer’s die wichtigsten Bibliophilen des Tages und speisten zusammen in der St. Alban’s Tavern. Man beschloß bei dieser Gelegenheit, den Roxburghe Club zu gründen, der damals aus 24 Mitgliedern bestand mit Th.F. Dibdin als erstem Sekretär.

Einbandrücken unter Verwendung des alten Materials fachmännisch und beinahe unmerklich erneuert; einige kleine Flecken bzw. Verfärbungen sowie drei minimale Fehlstellen im Deckelbezug. Innen kleiner Wurmgang im Titelblatt, sonst gelegentliche Annotationen, wohl von de Longueil in sehr feiner klarer Schrift, die z.T. gelöscht worden sind. Titelblatt etwas fleckig, sonst meist sauber. Die fehlenden zwei Blatt gehören zu der lateinischen Übersetzung von Äsops Leben.

First and only Aldus edition. 18th-century red morocco, richly gilt. Spine skillfully repaired; some annotations, title lightly stained, else good.

Renouard 49,6 – Adams A 278 – Didot: A.M. et l’Hellenisme à Venise. p. 281: « ... et d’autres ècrits parmi lesquels le texte grec de Hieroglyphica de Horus Apollo, donné ici pour la première fois. » – Ebert 214 – Ebert 10109 zu Horapollo: „Zuerst bei Aesopus. Ven., Ald., 1505, f.“ – Schück 42,6 – Fock: Pahlen. Leipzig, 1933. p. 181 (Anhang, nicht in der Sammlung Pahlen!) – Isaac 12811.
Die Abbildungen stammen aus meinem Katalog Nr. 7 und geben nicht den originalen Zustand wieder! ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.