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Θεόδωρος Γαζῆς, Theodoros Gazes:
Γραμματικής εισαγωγής, Grammaticæ institutiones

 

 

Abbildung eins zu No. 5603, Theodoros 	Gazes

 

Abbildung zwei zu No. 5603, Theodoros 	Gazes

 

Θεόδωρος Γαζῆς — Desiderius Erasmus: Grammaticæ institutiones libri duo priores, sic translati per Erasmum Roterodamum, ac titulis & annotatiunculis explanati, ut citra negotiū & percipi queant, & teneri. Iidem Græce pro ijs qui iam aliquantulū profecerūt ut conferri commode possint.

Basel: Joh. Froben, 1521.  Quarto. 207 x 149 mm. [1] Bl., Ss. 3-230, [1] Bl. – Lagenkollation: a-z4, A-F4. ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten.

Blindgeprägtes Kalbleder der Zeit auf drei Doppelbünden und Holzdeckeln, zwei Schließen. Auf dem Vdeckel oben: „ANNO“, mittig: „T S“, unten: „1539“. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

Θεόδωρος Γαζῆς (um 1410-1475) aus Thessaloniki, das er kurz nach der Einnahme der Stadt durch die Türken ver-ließ, gehörte zu den führenden Gelehrten seiner Zeit. In Italien nahm er, wie auch N. Perotti, G.A. Bussi u.a., am Latein- und Rhetorikunterricht von Vittorino da Feltre in Mantua teil, wo er im Gegenzug Griechisch lehrte. Auf Einladung des Herzogs Lionello d’Este zog er 1440 nach Pavia und unterrichtete von 1446 bis 1449 zu Ferrara. 1450 schließlich zog er nach Rom, wo er zusammen mit Bruni, Valla, Poggio, Trapezuntios u.a. an der systematischen Übersetzung der griechischen Philosophen und Schriftsteller arbeitete. Nach Nikolaus V. Tod floh er nach Neapel an den Hof des Königs Alfons, 1464 ging er zurück nach Rom. Dort war seine Haupttätigkeit die Herausgabe und der Druck klassischer Texte. Γραμματικής εισαγωγής, wohl nach seiner Lehrtätigkeit zu Ferrara entstanden, ist das einzige seiner vielen Werke, das auf Griechisch noch in der Inkunabelzeit erschien (Aldus, 1495; Renouard 4,2), zugleich die erste im Exil verfaßte griechische Grammatik der Neuzeit.
 Eramus wurde möglicherweise von seinem Griechischlehrer Alexander Hegius angeregt, die Gazasche Grammatik in die lateinische Sprache zu übersetzen. 1516 erschien so - ebenfalls bei Froben, als einer seiner ersten griechischen Drucke - der erste Teil mit lateinischer Übertragung, zwei Jahre später der zweite, die beide die Formenlehre behandeln (= LB I,117-63); die in den letzten beiden Büchern Gazas enthaltete Syntax wurde erst 1523 durch Konrad von Heresbach übersetzt. Damit war dann ein Standardwerk für den Unterricht in Schulen wie Universitäten vorhanden, das der griechischen Grammatik Melanchthons, die primitiver ist und keine Syntax enthält, überlegen war und seine Gültigkeit bis zu Nikodemus Frischlins Werk beibehielt. „Erasmus considered Gaza to be the best of the Greek grammarians (...) On the whole (he) praises Gaza, considering him to be superior to George of Trebizond in his learning (...) (he) used his grammar for his teaching at Cambridge.“ Contemporaries of Erasmus II,81; cf. Ep. 233.
 Titeleinfassung und drei weitere Holzschnitt-Textrahmen gestochen von J. Faber nach Hans Holbein. Die Titelbordüre zeigt in architektonischem Rahmen neben kämpfenden Tritonen etc. neun Genien, von denen die unteren zwei das Frobensche Signet halten. Nagler: Monogramm. III,36 vermutet hier den älteren Holbein als Künstler.
 Weitere Einfassungen mit mehr spielerischen Motiven und ‚Venus und Cupido‘ finden sich um den Anfang des Widmungsbriefs Erasmi auf fol. a1v sowie auf S. 58, dort auch die große Initiale mit Alexander und Diogenes. Es folgt eine Einfassung um den Beginn des ersten Buches auf S. 137, auf der sich neben oben Gott-Vater und unten der Bergpredigt auch zwei bemerkenswerte Darstellungen der ‚Justitia‘ befinden: einmal mit Sieb, darüber mit Augenbinde, somit eine der frühesten Darstellungen mit dieser ikonographischen Gestaltung, die erst ab etwa 1520 in Deutschland üblich wird. In fine wieder ein Signet Frobens, cf. Heitz-Bernoulli 32 – Wendland p. 98-9, hier eingefaßt durch vier Schmuckleisten des Stechers J. Faber.

Einband stellenweise etwas berieben, Rücken fachmännisch restauriert. Innen etwas wasserrandig bzw. fleckig, Titel angestaubt und mit minimaler Fehlstelle. Die ersten Seiten des griechischen Teils mit einigen sauberen Marginalien d.Zt.

Contemporary blindstamped calf, three raised bands. Binding slightly rubbed, spine skilfully repaired; some waterstaining, the first pages of the Greek text with contemporary marginal annotations.

VD16 T802 – vander Haeghen II,28 – Hieronymus 373 (zu den Holzschnittrahmen) – diese Ausg. nicht bei Adams, BM, Ebert, Graesse und Hieronymus: Griechischer Geist aus Basler Pressen.
Die Abbildungen stammen aus meinem Katalog Nr. 12 und geben nicht den originalen Zustand wieder! ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.