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Herodian:
Herodiani historiarum lib. VIII.

 

 

Abbildung zu No. 564, Herodian

 

Herodian: Herodiani historiarum lib. VIII. graece pariter, & latine.

Venedig: Aldus / Andreas Torresanus, 1524.  Octavo. 162 x 97 mm. [2], [2 weiße], [92] Blätter; 97, [1] Blätter. – Lagenkollation: [a]4, A-L8, M4; 1-118, 1210. ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten. Mit dem Holzschnittsignet n° 3 auf Titel und letztem Blatt.

Französisches (Pariser?) braunes Kalbleder der Zeit über Pappdeckeln. Der Rücken mit fünf echten Bünden und auf den Feldern in blindgeprägten Rahmen mittig je ein vergoldeter fleuraler Stempel. Deckel mit Randrahmen aus blindgeprägter Linie sowie ein innerer aus drei, von denen die mittlere etwas dicker ist. Vergoldete fleurale Eckornamente, die vom Innenrahmen nach außen weisen sowie ein Mittelornament aus hochstehendem Quadrat, darinnen vier fleurale Eckornamente mit schraffierter Füllung, ein Mittelteil aus konkaven Linien und einem Kleeblatt im Zentrum. Handgestochene Kapitale in grüner, oben restauriert weißer Seide, Gelbschnitt. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

Erste Separatausgabe des griechischen Textes. Der wohl aus Syrien stammende Verfasser, der schon Commodus (180-192) erlebte, war möglicherweise im Palastdienst tätig; seine in acht Bücher unterteilte Kaisergeschichte umfaßt die Jahre 180-238 und reicht damit vom Tod Mark Aurels bis zur Thronbesteigung Gordians III. Sie beschreibt im attizistisch-rhetorischen Stil die äußeren Ereignisse und tritt in farbiger Sprache für das Senatskaisertum ein. Anleihen bei den Klassikern und zahlreiche Reden unterstützen den Diskurs. Sein Text ist Quelle für die Historia Augusta, Johannes Antiochenus u.a. Diese erste Separatausgabe des griechischen Textes ist in der vierten griechischen Type gedruckt und erstmals im Xenophon des Jahres 1503 erschienen, wo auch die lateinische Übersetzung des berühmten Florentiner Humanisten Angelo Poliziano angekündigt war, ohne jedoch beigegeben zu sein. Sie ist hier in einer feinen Kursive gedruckt. Noch schönes Exemplar in zeitgenössischem Einband, der durch eine schlichte Eleganz besticht.

Einband stellenweise berieben, etwas fleckig und bestoßen, Bezug an den Ecken mit kleinen Fehlstellen, Rücken unter Verwendung des alten Materials erneuert, Schließbänder aus lachsfarbener Seide v.a.H. bis auf Reste entfernt, auf dem Hinterdeckel eine kleine restaurierte Fehlstelle. Innen kaum fleckig, nur das erste und letzte Blatt etwas fleckig; zwei kleine Tintenflecke auf dem Schnitt; letzte Bll. vorn etwas schwächer; sonst sauber und breitrandig. Zur Blattgröße vgl. Fletcher, p. 88 sqq. Die maximale Höhe von 166 mm erreicht eine Oktav-Aldine in der Leningrader Bibliothek. Dies Exemplar ist also beinahe perfekt in den Seitenverhältnissen. Provenienz: 1. Eintrag auf Titel unter dem Signet: „Thomas Dufosse“. 2. Eintrag auf Titel oben: „Thomas“, dem entspricht auf dem sechsten fl. Bl. vorn: „Joseph Thomas“. 3. Auf zweitem fl. Bl. vorn: „Herodien, Grec, Latin, | Ex libris H. Giral. | Valeur 9 fr. Paris.“

The History of the Roman empire, from the death of Marcus Aurelius to the commencement of the reign of Gordian III, 180 - 238 A.D., by the 3rd-century Greek historian Herodian. The Greek version is followed by the Latin version of Politian. Although Politians Latin version of Herodian was mentioned on the title-page of the 1503 Aldine edition of Xenophon, it did not appear there. The present edition contains short prefaces by Franciscus Asulanus.

Renouard 98,2 – Adams H377 – BM STC 326 – Brunet III,120 – Ebert 9517: „Gute Exx. sind selten.“
Die Abbildung stammt aus meinem Katalog Nr. 7 und gibt nicht den originalen Zustand wieder! ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.