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Decimus Iunius Iuvenalis, Aulus Persius Flaccus:
IVVENALIS. | PERSIVS.

 

 

Abbildung eins zu No. 555, Iuvenalis, Decimus Iunius

 

Abbildung zwei zu No. 555, Iuvenalis, Decimus Iunius

 

Abbildung drei zu No. 555, Iuvenalis, Decimus Iunius

 

Abbildung vier zu No. 555, Iuvenalis, Decimus Iunius

 

Abbildung fünf zu No. 555, Iuvenalis, Decimus Iunius

 

Der vierte Aldus-Druck im Taschenformat

Decimus Iunius Iuvenalis — Aulus Persius Flaccus: IVVENALIS. | PERSIVS.

Venedig: Aldus Manutius, August 1501.  Octavo. ca. 159 x 97 mm. Juvenal: [131], [1 weiße] Seiten. - Persius: [23], [1 weiße] Seiten. – Lagenkollation: Juvenal: A-G8, H10. - Persius: a8, b4. – Wasserzeichen: drei stilisierte Berge mit Kreuz darüber | Gegenmarke: „AB“; nur Gegenmarke „A“. ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten. Kolophon auf fol. H10r in Versalien: „VENETIIS APVD ALDVM.“ - Kolophon in Kursiv auf fol. b4r: „Venetiis in aedibus Aldi. Mense Augusto. M. DI.“.

Handgefertigter mittelbrauner, gesprenkelter Schaflederband (167 x 105 x 17 mm) des späten 18. Jahrhunderts auf fünf echten, erhabenen, durch goldgeprägte Linien abgesetzten Bünden, auf zweitem Feld ein dunkelgrünes, goldgeprägtes Titelschildchen mit den beiden abgekürzten Verfassernamen, auf drittem Feld ein hellbraunes Schildchen mit dem Jahr. Die Deckel mit Randrahmen aus einer blindgeprägten Linie, dieser durch von den Innenecken ausgehenden Wellenlinien mit dem etwas helleren, rechteckigen Mittelfeld verbunden, das durch eine Filete abgesetzt ist; Stehkantenvergoldung aus einer breiten Linie; handgestochene weiß-grüne Kapitale; Spiegel und fliegende Vorsätze aus Marmorpapier, zweite fliegende Blätter aus Bütten, anschließend vorn und hinten je eine Quartlage feines, bläuliches Schreibpapier vor- bzw. nachgebunden. Der beim Neubinden im 18. Jh. nicht beschnittene Buchblock mit altem Farbschnitt. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

Schweiger: „Erste, ächte Aldine, welche e. neue Recens. des Textes enthält aus Hdschr. u. ältern Ausgg. - Sie hat den Anker des A. nicht, die Schlussschr. ist mit Cursiv gedr.“ Der vierte der kleinen Oktavdrucke in Kursiv, nach den aldinischen Vergil-, Horaz- und Petraca-Ausgaben desselben Jahres. „Extremely Rare First Edition of the Satires of Juvenal“ (Leona Rostenberg: The Aldine Press, Catalogue XXXIX, 1968, p. 42). Die Wasserzeichen entsprechen denen in Christie’s, London, 3 May 1995, no. 30 angeführten: „three hillocks with cross surmount“ und „AB“, andere Bögen nur mit dem Wasserzeichen „A“ in Blattecken.
 Es existieren zwei, wohl Lyoner Contrefaçons des folgenden Jahres und aus 1503, die sich vom vorliegenden aldinischen Original durch Zeilenlänge und Satz unterscheiden. Siehe Luciana Bigliazzi et al.: „Aldo Manuzio tipografo 1494-1515“. Firenze: Octavo, 1994. p. 187, noo. 134.2 und 134.3, mit Seitenabbildungen. Bei Harry George Fletcher III: „New Aldine Studies“. San Francisco: Rosenthal, 1988, pp. 92 sqq. sind weitere Unterschiede zur Lyoner Contrefaçon des Balthasar de Gabiano von 1502 aufgeführt: fehlendes Griechisch auf fol. E7r und fol. F7v, dritte griechische Aldus-Type, ferner auf fol. a1r sowie fol. b4r unter dem Kolophon, vierte griechische Aldus-Type; sowie die Fortlassung des Kolophons auf fol. b4r, Abbildungen auf pp. 93 & 94. Cf. Renouard, p. 30.
 Die zweite Aldus-Ausgabe der beiden Texte mit Signet auf dem Titel und Blattnumerierung wird von Fletcher, op. cit., pp. 128-134 auf 1515 datiert.
 Vom römischen Satirendichter Juvenal (um 60 bis nach 127) aus Aquinum sind 16 Satiren (saturae, satyrae) in der Nachfolge des Horaz und des Lucilius überliefert, die Einblick in das Alltagsleben zur Zeit des Kaisers Domitian bieten; seine Kritik ist pessimistisch, doch sprachlich wie stilistisch meist brillant.
 Von Persius (34 - 62), etruskischer Abstammung, sind sechs Satiren in Hexametern überliefert; er schloß sich dem Kreis um den stoischen Philosophen Lucius Annaeus Cornutus an, was sich in Ernsthaftigkeit wie Moralität seiner Satiren widerspiegelt.

Vorderes Einbandgelenk etwas berieben, oben minimal angeplatzt. Zu Beginn und am Ende schwach wasserrandig und vereinzelt gering fleckig, einige Seiten mit teils verblaßten Marginalien v.a.H. Sonst gutes, meist sauberes, breitrandiges Exemplar.

First Aldine edition, without a device and with the colophon on fol. b4r in italic mentioning Aldus only. Late 18th-century brown sheep, five raised bands, spine gilt in compartments. Upper joint rubbed. Some waterstaining at beginning and end, minor staining in places, partly mostly faded early marginalia; else a good, wide-margined copy.

Renouard 29,6 – Adams J770 – Schweiger II,i,507 – Ebert 11215 – Isaac 12767 – Pierpont Morgan Library PML1397 – Fock: v.d. Pahlen p. 12. Ausführlich zu dieser → Aldus-Ausgabe.  ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.