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Marcus Valerius Martialis:
M. V. Martialis Epigrammatom libri 14

 

 

Abbildung eins zu No. 4195, Martialis, Marcus Valerius

 

Abbildung zwei zu No. 4195, Martialis, Marcus Valerius

 

Relié par Jean Picard, le relieur de Jean Grolier

Marcus Valerius Martialis — Jean Picard, Grolier’s Buchbinder: M. V. Martialis Epigrammatom libri 14 summa diligentia castigati.

Paris: Simon Colinaeus, 1540.  Sedecimo. 117 x 69 mm. 207, [1 weißes] Blätter. – Lagenkollation: a-z8, A-C8. – Wasserzeichen: Gegenmarke „b“ mit einem Kreuz darüber. ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten. Titel in architektonischem Holzschnittrahmen, kleine Holzschnittinitialen. Text rot regliert.

Handgefertigter naturbrauner Kalbledereinband der Zeit (122 x 77 x 22 mm) auf vier Doppelbünden aus weißem Leder und Pappdeckeln. Die Deckel reich vergoldet: Zwei mit dunkler Farbe gefüllte und durch vergoldete Linien abgesetzte Randrahmen umschließen einen inneren Rahmen derselben Art, der mit einem gleichgestalteten Rhombus verflochten ist. Darinnen ein ebenfalls mit dunkler Farbe gefülltes, aus Kurven und einem viermal wiederholtem fleuralem Einzelstempel (Nixon: „Bookbindings from the Library of Jean Grolier“. Tafel C, Claude de Picques, Nr. 6) zusammengesetztes Ornament; mittig ein endloser Knoten (Nr. 14), darüber und darunter je ein Stern (Nr. 9). Die vier Ecken zwischen innerem und äußerem Rahmen mit je einem nach außen weisendem fleuralem Stempel (Nr. 1) gefüllt, daneben insgesamt acht kleinere fleurale Stempel (Nr. 12**). Steh- und Innenkantenvergoldung, Goldschnitt. Rücken fachmännisch erneuert und den Originalrücken kopierend mit Linienvergoldung auf den Bünden versehen, die Rückenfeldern mit Randrahmen aus goldgeprägten Linien sowie mittig je mit einem kleinen Rosettenstempel.
Schwarze, mit mattgelbem Samt gefütterte Halbmaroquin-Kassette mit vier erhabenen Bünden auf dem leicht gerundetem Rückenteil und goldgeprägtem Titel auf zweitem und viertem Feld sowie am Fuß Ort und Jahr, signiert innen mit Schildchen: „James Brockman, Oxford“. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

Nachdruck der Aldine, erstmals 1528 bei Colinaeus erschienen. Schöner, präziser Druck in Kursiv; vor dem Binden von Hand sauber regliert.
 Der früher mit Claude de Picques identifizierte Buchbinder („entrelac binder“; Michon’s „l’atelier des reliures à entrelacs géometriques“; bzw. Dr. Schunke’s „Klassischer Meister“), der die Mehrzahl der Bände in Grolier Bibliothek band, wird seit der Entdeckung dreier Verträge durch Mme Parent-Charon und der Veröffentlichung von Anthony Hobson als der Pariser Vertreter des venezianischen Aldus-Verlages, der Buchhändler und Buchbinder Jean Picard, „marchand libraire et relieur de livres“ (Hobson: Humanists and Bookbinders, p. 267), identifiziert, der zwischen den Jahren 1540 und 1543 Grolier mit der erstaunlichen Anzahl von ca. 214 Bänden in vergoldeten Einbänden belieferte, von denen etwa 127 Aldinen beinhalteten (Hobson, op.cit., p. 268).
 „Picard’s bindings with solid tools for Grolier are celebrated for their increasingly complex and varied patterns of interlaced fillets. (...) Jean Picard was a binder of supreme talent (...)“ Hobson, op. cit., pp. 296 & 270. Doch leider kein guter Geschäftsmann, so daß er seiner Schulden wegen Paris 1547 verlassen mußte.

Rücken fachmännisch erneuert, Ecken restauriert und einige der äußeren Linien unauffällig teilweise nachvergoldet. Vorderdeckel mit kleinem dunklen Fleck; sonst wohlerhalten. Innen minimal gebräunt. Provenienz: Besitzeintrag auf vorderem zweitem fliegendem Vorsatz: „J.G.V. Porter. | Hanow on the Hill | Bought at Paris Dec 15. 1834 | for 1 1/2 francs“. Schönes Exemplar in einem durch die verwendeten Stempel eindeutig Groliers Entrelac-Buchbinder, i.e. Jean Picard, zuzuweisendem zeitgenössischem Meistereinband.

Contemporary brown calf over pasteboards, four raised bands. Covers richly gilt to a harmonious strapwork design of two outer frames and a central panel interlacing with a rhombus, all formed by double gilt fillets with interstices painted dark-brown. In the central panel a gilt tooled design of four floral tools (Nixon: “Bookbindings from the Library of Jean Grolier”. Plate C, Claude de Picques, 6) with dark-brown painted ground, in the centre a gilt knotwork (14), above and below a star (9). In the corners between the outer frames and the inner panel four gilt floral tools (1), and between them eight small tolls (12**).
 Skillfully rebacked copying the original spine, the compartments outlined with single gilt fillets. Outer fillets on covers partly renewed. Preserved in a black quarter morocco folding-case, spine gilt with title, by James Brockman of Oxford. A delightful Parisian binding bound by Grolier’s ‘Entrelac-Binder’ Jean Picard. From the library of J.G.V. Porter, Hanow on the Hill, with his ownership entry on the upper fly-leaf, dated 1834.
 Martial’s ‘Epigrams’ are printed in an elegant italic, title with architectonical border woodcut, text ruled in red.
 Martial came to Rome from Spain during the first century c.e. His ‘Epigramms’ are rich in imagination, felicity of language and remain an invaluable portrait of Roman social life during the first century c.e.

Adams M699 – BM STC 304 – Graesse IV,423 – Schweiger II,ii,595. Cf. Simon: Bacchica I, pp. 47-48. ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.