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Ioannes Henricus Meibomius:
De l’utilité de la flagellation

 

 

Abbildung zu No. 156, Meibomius, Ioannes Henricus

 

Ioannes Henricus Meibomius — Bisiaux (? Buchbinder): De l’utilité de la flagellation dans la médecine et dans les plaisirs du mariage, et des fonctions des lombes et des reins; ouvrage singulier, Traduit de latin de J. H. Meibomius, Et enrichi de notes historiques, critiques et litteraires, d’une introduction et d’un index. Nouvelle édition.

Paris: C. Mercier, 1795.  Duodecimo. 133 x 79 mm. Frontispiz, 151 Seiten, Seiten 152-156 mit Anzeigen. ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten. Das gestochene Frontispiz zeigt eine Flagellationsszene darunter eine zweizeilige Legende.

Rotes, leicht geglättetes Maroquin der Zeit mit glattem Rücken. Dieser durch vergoldete Doppellinien in sechs Felder gegliedert, am Fuß eine Filete; auf den Feldern je ein stilisiertes Blütenornament; der Titel im zweiten. Deckel mit Randrahmen aus von durchgezogenen Linien umgebenen sich überschneidenden, gepunkteten Wellen. Stehkantenvergoldung aus Zick-Zacklinie mit kleinen Kreisen; breite Innenkantenvergoldung. Goldschnitt; handgestochene doppelstöckige Kapitale in rosé/weißer Seide. Vorsätze aus fein schattiertem blauem Kleisterpapier, hellblaues Lesebändchen. Dieser Meistereinband wurde Bisiaux zugeschrieben und steht in der Tradition der schlichten Bindungen Deromes. Pierre Joseph B. wurde 1777 Meister und arbeitete unter verschiedenen Adressen in Paris, band u.a. für Mme Du Barry, Voltaire und Beaumarchais; er signierte mit Etikett, um dessen Spur es sich möglicherweise bei dem Leimschatten auf dem vord. fl. Bl. verso handelt. – Devauchelle II,220 – Thoinan 1893, p. 207 – Ramsden 33 – Fléty 25 – Ein vergleichbarer Einband mit ähnlichen Stempeln in Rahir VI,1632. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

Sehr seltener Druck auf Vélinpapier. Im Katalog der Sammung Peyrefitte (II,147) wurde nur ein Exemplar auf normalem Papier und „Rel. de l’époque“: „Rare en semblable condition de reliure“ angeboten. „Jean Henri Meibom ou Meibomius, fils d’un philologue et historien de mérite, s’adonna à la médecine. Il naquit à Helmstedt en 1590, il étudia la médecine dans plusieurs Universités d’Allemagne et d’Italie, et enseigna cette science dans sa ville natale. Il s’établit à Lubeck en 1626, et fut nommé, trois ans après, médecin de cette ville.“ (Jouin/Descreux, p. 195). Diese, erstmals 1792 erschienene, französische Übersetzung rührt von Claude-François-Xavier Mercier de Compiègne (1763 – 1800).
Provenienz: 1. Chardon de la Rochette (1753-1814) mit seinem handschriftlichen Eintrag auf dem vorderen fliegenden Blatt verso oben. Er war „philologue et bibliographe distingué“ et il „parait (...) avoir eu le gôut le plus prononcé pour les détails obscènes, comme on s’en aperçoit à la lecture d’un assez grand nombre de ses dissertations.“ Michaud: Biographie universelle VII,508-10. „Célèbre bibliographe et collectionneur.“ Vgl. Ebert 10840 Anm. & 4005. 2. Fürstlich Starhembergsche Familien Bibliothek Schloß Eferding mit dem kopfstehenden Stempel auf dem hinteren zweiten fl. Bl. verso. Das Geschlecht ist in Oberösterreich beheimatet, seit 1643 Reichsgrafen, seit 1765 Reichsfürsten.

Einband minimal fleckig, innen bis auf wenige Fleckchen frisch und breitrandig. Sehr schönes, meisterlich gebundenes Exemplar; in diesem Zustand von größter Seltenheit.

Contemporary red morocco, gilt. A fine copy.

Brunet I,676-7 & III,1576 – Hayn/Gotendorf II,299 – Gay/L. I,807 – Bibl. Arcana 237 – Kearney 1139 – Cohen/Ricci 696 – Barbier IV,909 – Cat. Peyrefitte II,147. – Nicht bei Pia; vgl. Jouin/Descreux 617. ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.