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Guilelmus Peraldus:
Summa de vitiis.

 

 

Abbildung eins zu No. 3434, Guilelmus Peraldus

 

Abbildung zwei zu No. 3434, Guilelmus Peraldus

 

Guilelmus Peraldus: Summa de vitiis. [Incipit fol. i1v:] Dicturi de singulis vitiis. [Explicit fol. xiv13v:] tacere uero nunquam. Explicit summa de uitiis. [Folgen: Register der Kapitel drei bzw. zweispaltig fol. xiv13v-xiv14v; eine Predigt „Sermo in epiphania domini“ fol. xiv15r-xiv16v; weitere Zusätze in brauner Tinte auf fol. xiv16v-xiv17r; und drei weiße Seiten fol. xiv17v-xiv18v.] Lateinische Handschrift auf feinem Pergament; frühgotische Minuskel in schwarzbrauner Tinte, meist einspaltig zu 31 Zeilen, Schriftspiegel 95 x 56 mm. Lagensignaturen und Reklamanten an den Lagenenden und anfängen. Zwischentitel am äußersten Unterrand. Rot rubriziert, rote Kapitelüberschriften, 134 rote und blaue, bzw. rot/blaue, zwei bis dreizeilige Initialen, teils mit rot/blauem Federwerk im Rand. Von einer fast zeitgenössischen – im Duktus älteren – Hand mit zahlreichen, sehr feinen Marginalien in brauner Tinte versehen und von einer etwas späteren in fast schwarzer Tinte mit Zählung der cxxxiii Kapitel in margine sowie im Register.

Nordfrankreich, zweite Hälfte des 13. Jh.  146 x 97 mm. [155] Blätter. Lagenkollation: i7, ij-vi8, vij10, viij12, ix-x10, xi12, xij14, xiij10, xiv18, xv2. ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten.

Geheft der Zeit auf vier Lederdoppelbünden, ohne Einband. In dunkelblauer, gefütterter Maroquinbox mit goldgeprägter Titelei auf Vorderdeckel. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

Der Dominikaner und Theologe Wilhelm Peraldus (Guillaume Peyraut, geb. um 1200 in Ardèche, gest. 1271 in Lyon) war zwischen den Jahren 1261 bis 66 Prior des Dominikaner-Klosters zu Lyon. Sein Hauptwerk bestehend aus „Summa de vitiis“, geschrieben um 1236, und „Summa de virtutibus“, geschrieben vor 1249, ist eine der populärsten moralischen Abhandlungen des Mittelalters. Es stellt eine Art moraltheologischen Handbuches dar, das im 14. und 15. Jh. auch in die Nationalsprachen übersetzt und im 15. bis 16. Jh. in zahlreichen Editionen gedruckt wurde. Quellen für diese Summe sind neben der Bibel und den Kirchenvätern auch die lateinischen Klassiker. Noch für Geiler von Kaisersberg war es eine Fundgrube für Predigt und Askese.

Fehlt das erste Blatt. Kustoden, Lagensignaturen und Zwischentitel teils beschnitten. Erste zehn Blatt mit diminuierender, kreisförmiger brauner Sengspur, dadurch auf den ersten Seiten Textverlust. Sonst von wenigen Fleckchen abgesehen sauber und frisch. – Schöne, frühe und insgesamt wohlerhaltene Handschrift.

Cf. A. Dondaine: Guillaume Peraut. Vie et oeuvres. 1948, pp. 162-236.
Die Abbildungen stammen aus meiner Liste 94, sind bearbeitet und geben nicht den Originalzustand wieder. ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.